© 2017 The Fact Finder

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(Un)seen people. Alex Bodea

ERÖFFNUNG: 21. SEPTEMBER 2018 19:00 UHR
AUSSTELLUNG: 22.-30. SEPTEMBER 13:00-19:00 UHR
KÜNSTLERINFÜHRUNG: 29. SEPTEMBER 19:00 UHR

Unsere kommende Ausstellung basiert auf dem Kernkonzept von The Fact Finder: Kunstschaffende als Zeugen in der Welt.

“Ich selbst bin Zeugin vieler Momente, während ich mich durch Berlin bewege. Diese Momente dokumentiere ich in visuellen Notizen – eine Zeichnung mit einem kurzen Text, der reflektiert, was ich gesehen habe. Im Laufe der Jahre sammelte sich ein ganzes Archiv von Momenten an.
Ich habe mir aus diesem Archiv drei Momente, mit jeweils einem Passanten, der mich fasziniert hat, herausgesucht und in großflächige Zeichnungsinstallationen verwandelt . Ich traf jeden dieser drei in Berlin, zwischen April 2017 und April 2018: der türkische Mann in aufwendiger deutscher Tracht, Hamza - der hübsche Immigrantenjunge, den ich in der S-Bahn sah- und die osteuropäische Frau, die auf der Bülowstraße - einer für Prostitution bekannten Gegend - hektisch herum rannte. Alle drei verkörpern multikulturelle Koexistenz: Wie Menschen Gewohnheiten, Praktiken und Kleidung aus anderen Kulturen übernehmen und so ganz neue Identitäten formen, oder Teile ihrer Identität verlieren. Durch diesen Prozess entsteht eine ganze Reihe neuer visueller Hinweise, die außerhalb unserer bisherigen Erfahrungen liegen und die wir zu lesen erst erlernen müssen.
Dies sind meine subjektiven Erfahrungen mit Menschen, die ich nur für einige Sekunden traf. Während sie ihrer Wege gingen, hatten sie keine Ahnung dass ich durch diese Werke noch Monate in ihrer Gesellschaft verbringen werde.”

Alex Bodea
In Rumänien geborene Künstlerin, arbeitet und lebt in Berlin.
Initiatorin von The Fact Finder

Alex Bodeas Werke entstehen an der Schnittstelle von visueller Kunst, Journalismus und Erzählung. Angetrieben von dem Bedürfnis Zeugin in der realen Welt zu sein und ihre Beobachtungen aufzuzeichnen, bedient sie sich in ihren Werken einer minimalistischen Sprache von Zeichnung und Text, um das Essentielle zu zeigen. Ihr Hauptinteresse liegt in der Dokumentation (fact finding) von Aspekten der Urbane - Alltägliche Straßenszenen, Typologie von Passanten, soziale Dynamiken und Interaktionen.
In ihren fact finding missions hat sie viele visuelle Geschichte für und über bekannte Institutionen erstellt. Unter anderem hat sie mit der Serralves Stiftung (Porto), Martin-Gropius-Bau, HAU, Berliner Festspiele, Deutsche Oper, Internationales Literaturfestival Berlin, Art Encounters Foundation (Timișoara), sowie zahlreichen Kunstschaffenden, SchriftstellerInnen und SchauspielerInnen zusammengearbeitet.